Auf den Spuren der Cowboys

Das Hochheimer Wahrzeichen wird Jakob nun für ein Jahr nicht mehr sehen: Vor der historische Bergkirche verabschiedeten Timo Horst und Klaus Hagemann den jungen USA -Reisenden, gemeinsam mit seinen Eltern Edgar Martin und Ute Hüchtker (v.r.n.l.)
Das Hochheimer Wahrzeichen wird Jakob nun für ein Jahr nicht mehr sehen: Vor der historische Bergkirche verabschiedeten Timo Horst und Klaus Hagemann den jungen USA -Reisenden, gemeinsam mit seinen Eltern Edgar Martin und Ute Hüchtker (v.r.n.l.)

Im „Lone Star State“ Texas, dem zweitgrößten US-Bundesstaat, wird der 16-jährige Wormser Jakob Martin für ein Jahr in einer amerikanischen Gastfamilie leben. Der Schüler, der die 11. Klasse des Rudi Stephan-Gymnasiums besucht, wurde vom Bundestagsabgeordneten Klaus Hagemann (SPD) für ein Stipendium im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestages ausgewählt.

Eine gewisse Nervosität war Jakob einen Tag vor der Abreise durchaus anzumerken. Ziel der Reise ist die US-Stadt Fort Worth, die „City of Cowboys and Culture“ sein, wo er auch die Highschool besuchen wird. Die fünftgrößte Stadt Texas mit knapp 742.000 Einwohnern grenzt direkt an der Metropole Dallas und gemeinsam bilden sie den „Dallas-Fort-Worth-Metroplex". Mit seiner zukünftigen Gastfamilie hatte Leon schon Kontakt und er freut sich darauf, dass neben ihm noch ein weiteres „Gastkind“ in der Familie sein wird: ein ebenfalls sechzehnjähriger Franzose. Die Familie sei politisch sehr aktiv und in dem konservativ geprägten Texas bei den Demokraten beheimatet. Für den ebenfalls politisch interessierten Jakob, der auch die zurzeit sehr ereignisreichen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in den USA beobachten möchte, eine sehr spannende Konstellation.

 

Spanisch lernen in den USA

Gespannt ist der Gastamerikaner vor allem auch auf die amerikanische Highschool, denn er vermutet große Unterschiede zum deutschen Schulalltag. „Durch dieses Auslandsjahr erhoffe ich mir, neue Kulturen, andere Menschen und Mentalitäten kennen zu lernen sowie neue Freundschaften zu schließen. Außerdem möchte ich gerne Spanisch lernen, da ich mich auf meiner altsprachlichen Schule bisher mehr auf Latein und Griechisch konzentriert habe“, berichtete der junge Hochheimer Jakob dem Abgeordneten Hagemann sowie dem Hochheimer Ortsvorsteher Timo Horst bei seiner Verabschiedung. „Ich habe Jakob Martin für das Stipendium ausgewählt, weil mich seine aufgeweckte und wissbegierige Art sehr beeindruckt hat und ich bin überzeugt in ihm einen guten „Botschafter“ für Deutschland gefunden zu haben“, sagte Hagemann, der während Jakobs Auslandsjahr als dessen Pate fungieren wird.

 

Weltweit einzigartiges Programm

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm zwischen dem Deutschen Bundestag und dem amerikanischen Kongress ist weltweit das einzige seiner Art. Seit 1983 wählen Kongress- und Bundestagsabgeordnete junge Menschen aus, die ein Jahr im jeweils anderen Land in Gastfamilien verbringen dürfen. Die Abgeordneten fungieren in dieser Zeit als „Paten“. Anlass war der 300 Jahrestag der ersten deutschen Einwanderungen in Nordamerika im Jahre 1638.